Sollten Fake-Bewertungen strafbar sein?

Wer trägt die Verantwortung für betrügerische Bewertungen auf Online-Portalen, und welche Konsequenzen sollten den Schuldigen drohen? Eine neue Umfrage gibt Antworten.

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11. Juli 2024

Illustration zur Frage, ob Fake-Reviews strafbar sein sollten (KI-generiert)
KI-generierte Illustration
Die Mehrheit der Deutschen lässt sich beim Online-Shopping, dem Buchen einer Reise oder der Suche nach einem Arzt von Bewertungen leiten, zeigt eine Untersuchung im Auftrag von HolidayCheck. Entsprechend kritisch sehen die Befragten Betrugsversuche – und verlangen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Ob es um ein neues Fahrrad geht, die Arzt-Suche oder ein Hotel für Urlaubs- und Geschäftsreisen: Für die allermeisten Deutschen spielen Sterne-Bewertungen und Erfahrungsberichte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle – und die Sorge, zum Betrugsopfer zu werden, lässt viele nach Strafen für die Täter rufen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Reiseportals HolidayCheck.

Auf die Frage, ob das Fälschen von Online-Bewertungen gesetzlich verfolgt werden sollte, antworteten 68 Prozent der Befragten – also mehr als zwei Drittel – „Ja, mit Bußgeldern.“ 13 Prozent sprachen sich sogar für Haftstrafen aus, während 26 Prozent solche Maßnahmen überzogen fänden.

Grafik zur HolidayCheck-Umfrage 2024: Sollten Fake-Reviews bestraft werden? Wenn ja, wer trägt die Verantwortung?

Betrüger sollten bestraft werden, findet eine klare Mehrheit der Befragten. Im Fokus stehen dabei vor allem allem Anbieter und Agenturen.

Wer trägt die Schuld?

Verantwortlich sind in den Augen der Befragten vor allem Anbieter von Produkten und Dienstleistungen, die gefälschte Bewertungen einkaufen – aber auch Agenturen, die mit dem Verfassen von Fake-Reviews Geld verdienen.

Jeweils mehr als 70 Prozent der Befragten, die eine Strafverfolgung befürworten, möchten diese beiden Gruppen bei Fehlverhalten in die Pflicht nehmen. 43 Prozent wünschen sich, dass auch gegen die Betreiber von Websites oder Shops vorgegangen wird, die zu wenig gegen Bewertungsbetrug unternehmen.

Grafik zur HolidayCheck-Umfrage 2024: Wer trägt die Haupt-Schuld am Bewertungsbetrug?

Bei wem liegt die Verantwortung? Auch hier sehen Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem Anbieter und Agenturen, die mit gefälschten Bewertungen tricksen, in der Schuld.

Die Mehrheit wünscht sich eine Prüfpflicht

Für die Online-Umfrage wählte das Marktforschungs-Institut Kantar in Kooperation mit Media Market Insights eine Stichprobe von insgesamt 1002 Bürgern im Alter von 16 bis 69 Jahren aus, die repräsentativ die gesamte Bevölkerung abbildet.

Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmenden wünscht sich auch eine Prüfpflicht für Online-Bewertungen: 82 Prozent der Befragten befürworten gesetzliche Vorgaben, die eine Prüfung der Echtheit von Bewertungen verlangen würden. Bisher geschieht das ausschließlich auf freiwilliger Basis.

Grafik zur HolidayCheck-Umfrage 2024: Eine Mehrheit von 82% würde eine Prüfpflicht für Online-Bewertungen begrüßen.

Ja zur Prüfpflicht: Eine klare Mehrheit möchte, dass Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Internet verpflichtet werden, die Echtheit von Nutzerbewertungen sicherzustellen.

Maßnahmen, die Vertrauen schaffen

Besonders relevant sind Bewertungen für die meisten Deutschen beim Kauf eines Produkts im Internet, der Suche nach einem Arzt und der Buchung einer Reise, wie die Umfrage zeigt. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist die Meinung anderer Nutzer „eines der wichtigsten Kriterien“ (31 Prozent) oder sogar „allein entscheidend“ (24 Prozent) für die Auswahl.

Entsprechend groß ist der Wunsch der Mehrheit, sich auf Noten und Beschreibungen anderer Nutzer tatsächlich verlassen zu können. 93 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen die Glaubwürdigkeit von Bewertungen „wichtig“ oder „sehr wichtig“ ist.

Um das Vertrauen zu erhöhen, sollten Anbieter von Produkten und Dienstleistungen nach Ansicht der Umfrage-Teilnehmer vor allem die Echtheit von Bewertungen prüfen und Transparenz schaffen – etwa, indem sie klar anzeigen, ob die Noten und Erfahrungsberichte von Menschen stammen, die tatsächlich als Kunden registriert sind. 45 Prozent der Befragten wünscht sich zudem mehr Klarheit darüber, wie Bewertungen auf Authentizität geprüft werden. 42 Prozent würden eine unabhängige Zertifizierung, ähnlich wie bei einem TÜV-Siegel, begrüßen.

Grafik zur HolidayCheck-Umfrage 2024: Welche Maßnahmen würden das Vertrauen in Online-Bewertungen verbessern?

Wer prüft, schafft Vertrauen: Die meisten Befragten erwarten, dass Anbieter genauer hinschauen, ehe sie Online-Bewertungen veröffentlichen.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Weitere Informationen zu der Umfrage finden Sie in der Pressemitteilung von HolidayCheck sowie in der Präsentation, die Sie auch als PDF-Datei herunterladen können.